Aktuelle Stunde #6: Niedersachsen, was tust du für unser Wasser? mit Britta Kellermann und Karsten Specht

Shownotes

Im Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Britta Kellermann, umweltpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag, und Karsten Specht, Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes, begibt sich Silke Inselmann, Bildungsreferentin der Stifung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen, ober- und unterirdisch auf Spurensuche nach unserem Wasser.

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https://www.slu-boell.de/de/ausstellung-alles-im-fluss-wasser-der-krise https://www.slu-boell.de/de/2025/01/09/was-ist-der-niedersaechsische-weg https://www.slu-boell.de/de/2025/01/15/fluesse-wieder-naturnaeher-gestalten-fokus-niedersachsen

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00:00:02: Hallo und herzlich willkommen zur Aktuellen Stunde.

00:00:06: In diesem Format greifen wir in unregelmäßiger Regelmäßigkeit aktuelle Themen auf, die wir aus niedersächsischer Perspektive beleuchten wollen.

00:00:15: Dazu laden wir uns ein oder einen Gast ein und erstmalig weiche ich heute von diesem Konzept ab, dazu gleich mehr.

00:00:23: Thema der heutigen Folge ist Niedersachsen, was tust du für unser Wasser?

00:00:29: Mein Name ist Silke Inselmann.

00:00:30: Gemeinsam mit anderen Heinrich-Böll-Landestiftungen habe ich die mobile Ausstellung Alles im Fluss, Wasser in der Krise entwickelt.

00:00:38: Und ich verantworte die regionale Beilage zum Wasseraddaß der Heinrich-Böll-Stiftung.

00:00:45: Schauen wir auf unser Wasser, müssen wir feststellen, nur drei Prozent unserer Flüsse und Beche befinden sich in einem guten ökologischen Zustand.

00:00:54: Weite Teile unseres Grundwassers befinden sich in einem schlechten Zustand.

00:00:59: Erschreckende Zahlen angesichts der seit vielen Jahren und Jahrzehnten geltenden gesetzlichen Regelungen.

00:01:06: Allen voran die Wasserrahmenrichtlinie soll dazu beitragen, dass sich die Wasserqualität im Niedersachsen und Europa weit verbessert.

00:01:15: In der Umsetzung ist die Wasserrahmenrichtlinie ein starkes politisches Instrument.

00:01:23: Was kann man nun also tun?

00:01:25: Um zu einer guten Wasserqualität zu gelangen, braucht es die intensive Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft.

00:01:31: Darin sind sich viele einig, auch der Appell in unserem Wasseratlas lautet so.

00:01:38: Zu diesem Zweck arbeiten seit fünf Jahren Landwirtschaft, Umweltverbände und die Landespolitik gemeinsam im sogenannten niedersächsischen Weg an Maßnahmen zum Natur, Arten- und Gewässerschutz.

00:01:50: Inzwischen gilt diese Maßnahme dieser Weg fehlen als vorbildlich, nicht nur in Niedersachsen, sondern durchaus bundesweit.

00:01:59: Warum der Zustand der Fließgewässer und des Grundwassers bei uns dennoch so besorgniserregend ist, vor allem aber was getan wird und noch getan werden muss und soll, das will ich in dieser Aktuellen Stunde in Erfahrung bringen.

00:02:14: Ich freue mich, dass ich dafür gleich von zwei Personen Unterstützung bekomme, die sich intensiv mit dem Wasser beschäftigen.

00:02:21: Die Perspektive der Landespolitik steuert Britta Kellermann bei.

00:02:25: Sie ist umweltpolitische Sprecherin von Bündnis Neunzig, die Grünen, kommt aus Fechter und ist dort auf einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden.

00:02:35: Was wir so selbstverständlich oft genug gedankenlos aus dem Wasserhahn tagtäglich benutzen, ist das Kerngeschäft von Carsten Specht.

00:02:43: Er ist Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfrisischen Wasserverbandes und damit in einem Hotspot, der in einem Hotspot, wenn es um die Fragen von Wasserqualität geht.

00:02:56: Als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Harzer Wasserwerke und als Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen ist er geübt, über den regionalen Tellerrand hinauszudenken.

00:03:07: Und auch er hat Wurzeln in der Landwirtschaft.

00:03:11: Herzlich Willkommen Ihnen beiden.

00:03:12: Schön, dass Sie heute dabei sind.

00:03:15: Wir sitzen hier, hat ich gerade gesagt, in unserem, in einem Auschnitt unseres Moor-Banners.

00:03:22: aus der Wasserausstellung alles im Flusswasser in der Krise.

00:03:26: Und ich möchte mal mit einem ganz persönlichen Blick auf unser Thema starten.

00:03:32: Und bitte Sie beide, den Satzanfang zu vervollständigen, so wie es für Sie passt.

00:03:37: Wasser in Niedersachsen, damit verbinde ich.

00:03:41: Und ich gebe mal weiter an Karsten Specht.

00:03:45: Damit verbinde ich das Lebensmittel Nummer eins, dem höchste Wertschätzung und Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.

00:03:53: um das Leben, die Arbeit und den Wirtschaften oder das Wirtschaften bei uns für möglichen.

00:04:01: Heute und morgen.

00:04:04: Vielen Dank und Britta Kellermann.

00:04:07: Damit verbinde ich die vielen Quellen und Bäche hier im IED.

00:04:12: Ich lebe im IED im Pfesa Bergland und das ist sozusagen mein Heimatgebirge, wo sehr viele Quellen und Bäche entspringen, die dann wiederum auch Ja, Lebensspender sind für Mulche, Salamander und alles, was so amphibienmäßig hier unterwegs ist.

00:04:31: Und ich verbinde damit auch die Weser.

00:04:35: Genau, und ein Projekt des BUND, was da jetzt zum Abschluss gebracht wurde.

00:04:41: Aber da kommen wir vielleicht ja noch drauf zu sprechen.

00:04:44: Wunderbar.

00:04:45: Und bevor wir den Fokus auf Niedersachsen denken, möchte ich doch gerne nochmal die globale Perspektive auch mit in den Blick nehmen.

00:04:53: Schlaglicht-Klimakrise, wenn wir auf Niedersachsen schauen, was bedeutet für Sie beide kurz gesagt die globale Herausforderung der Klimakrise.

00:05:05: Ja, wenn ich dann wieder anfangen soll, gerne.

00:05:09: Also am Ende ist unsere Aufgabe satzungsgemäß, dass wir Wasser liefern.

00:05:16: Und mit diesem Blick auf die Klimakrise bedeutet das natürlich, wenn ich auf das Jahr zwanzig achtzehn und neunzehn gucke oder aber auch in diesem Frühjahr, dass es auf einmal Klimawandel bedeutet, Trockenheit und Trockenheit in über lange Perioden.

00:05:29: Früher waren das immer einzelne Tage und jetzt ist es schon die Langfristigkeit der Trockenheit, die einfach unsere Systeme fordert, die zu erhöheren Verbräuchen führt, die einfach auch ja die wassergebundenen Ökulanzsysteme stresst, also insgesamt diese Trockenperioden.

00:05:44: sind die Einherrausforderungen.

00:05:46: Und gegensätzlich, das ist die zweite Seite starkere Ereignisse wie im Ahrtal oder das Winterhochwasser, welches wir jetzt im letzten Winter erleben durften oder auch die katastrophalen Zustände in Spanien, die wir sehen konnten.

00:06:01: Also am Ende wird es höchstwahrscheinlich sogar in der Zukunft bei uns mehr regnen, nur an wenigen einzelnen Tagen und dieses Wasser müssen wir irgendwie festhalten, um es für die Menschen und die Natur zukünftig nutzbar zu machen.

00:06:16: Also da haben Sie schon die breite Palette umrissen, Britta.

00:06:20: Was bedeutet das für Dich?

00:06:24: Ja, also genau her.

00:06:26: Sprecht hat es im Grunde genommen schon gesagt, wir werden im Winter durch den Klimawandel einfach sehr viel mehr Wasserverfügbarkeit haben, also sehr viel mehr Niederschläge als im Sommerhalbjahr.

00:06:36: Das haben wir ja jetzt dieses Jahr auch schon gemerkt mit der langen Dürrezeit.

00:06:41: Jetzt hat es Gott sei Dank endlich mal ein paar Tage geriechnet.

00:06:44: gestern auch ordentlich runtergehalten hier bei uns, aber genau das ist eben auch das, worauf wir uns einstellen müssen.

00:06:49: Wenn es dann mal regnet, dann pladert es runter, dann kommt der Regen auf total trockene Böden, die das Wasser eigentlich gar nicht mehr so richtig aufnehmen können.

00:06:58: Und gerade sage ich jetzt mal in den südlicheren Bereichen Niedersachsens, wo wir eben die Berge haben und der entsprechende Topographie, wo man auch nicht immer weiß, an welcher Stelle kommt jetzt der Regen runter.

00:07:10: Da haben wir dann diese Starkregenereignisse, die große Schäden anrichten können, die uns ja auch beschäftigen und genau.

00:07:17: und auf der anderen Seite für die Landwirtschaft haben wir dann aber zwischendurch immer wieder dürre Perioden.

00:07:22: und gerade jetzt im Frühjahr hast du dann solche Situationen, also dass eine Aussaat erfolgt ist und dann kommt der Regen nicht, den die Saat eigentlich braucht, um überhaupt aufzugehen.

00:07:34: und das sind halt schon große Probleme.

00:07:35: und genau.

00:07:37: und dann haben wir Das trifft dieser Klimawandel natürlich auf eine Situation, wo wir eigentlich im Land darauf eingestellt sind, unser Wasser wegzuführen, also raus aus der Fläche zu führen, Richtung Meer zu führen.

00:07:51: Und jetzt müssen wir eigentlich das Gegenteil machen von dem, was wir jahrelang gewohnt waren, was auch eine Sache ist, die wir uns kulturell so angeeignet haben, mohretrockenlegen

00:08:02: etc.,

00:08:03: um sie bewirtschaften zu können.

00:08:05: Das funktioniert nicht mehr in der Klimakrise.

00:08:07: Und das ist eine ziemlich große Umstellung, die uns jetzt erreicht und die, glaube ich, auch noch nicht überall in der Gesellschaft angekommen ist.

00:08:15: Aber wir müssen das Gegenteil tun.

00:08:17: Wir müssen das Wasser jetzt in der Fläche halten, damit wir auch Grundwasser-Neubildung haben und auch lange Verfügbarkeit dann eben von Wasser.

00:08:30: Ich hatte ja in der Anmoderation schon Sie beide kurz vorgestellt.

00:08:35: Trotzdem möchte ich gerne noch mal von Ihnen auch hören, Mitblick auf die Situation unseres Wassers.

00:08:43: Kurz zusammengefasst, was genau haben Sie mit dem Thema zu tun?

00:08:47: Britta, vielleicht magst du einmal starten.

00:08:51: Ja, ich bin umweltpolitische Sprecherin meiner Fraktion.

00:08:55: Das ist die Fraktion der Grünen im niedersächsischen Landtag und bin zu... der Position eigentlich gekommen.

00:09:03: über ein jahrelanges Interesse an der Thematik, weil ich mich auch schon, bevor ich in die Landespolitik gekommen bin, bei mir im Kreis als Kreis des Abgeordnete mit dem Thema Biodiversität auseinandergesetzt habe und natürlich auch das Thema Wassereins ist, das mich als Leitwirtschafts-Tochter sehr, sehr lange auch schon einfach beschäftigt.

00:09:29: bin ich dann dazu gekommen, dieses Thema dann auch im Landtag zu übernehmen, genau.

00:09:36: Und Herr Specht, findest du bei Ihnen was?

00:09:39: Ja, gut.

00:09:40: In erster Linie bin ich erst mal Geschäftsführer des OEVs und darf mir zuständig, dass eine Million Menschen mit Wasser versorgt werden, von den Nama Bergen, Dümmer bis zu den ostfriesischen Inseln, also ein Gebiet von acht tausend Quadratkilometern.

00:09:56: Das zweite ist sicherlich meine Aufstiegsratsposition als Vorsitzender bei den Hartz-Wasserwerken.

00:10:01: Dort sind wir auch zu vierzehn Prozent selbst beteiligt und die Hartz-Wasserwerke versorgen wiederum Unternehmen, die insgesamt zwei Millionen Menschen mit Wasser versorgen.

00:10:10: Wenn ich die zwei und die eine Million zusammenrechne, dann sind wir bei rund thirty-fünf Prozent der Bevölkerung in Niedersachsen, wo wir irgendwie direkt oder indirekt Verantwortung tragen, damit es funktioniert.

00:10:21: Und als Drittes bin ich ja Vizepräsident beim Verband kommunaler Unternehmen für den Bereich Wasser und Abwasser.

00:10:28: Und dort kommen wirklich alle Versorgungsunternehmen des Bundes zusammen, die Mitglied beim Verband sind.

00:10:34: Das sind in der Regel diejenigen, die mehrheitlich durch kommunale Städt und Gemeinden kommunaler Anteilseigner gehalten werden.

00:10:43: Und ich finde, das Thema Wasser ist keine Handelsware.

00:10:47: Das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Satz und ich finde, fühle mich da sehr gut aufgehoben sozusagen im Sinne der Menschen der Region zu versuchen, Wasserversorgung hinzubekommen, möglich zu machen und nach Lösungen zu suchen und nicht nach Verboten am Ende und zu versuchen, dass alles irgendwie möglich ist.

00:11:06: Dazu gehört natürlich auch der Naturschutz und das ist naturverträglich funktioniert.

00:11:10: Das ist unsere Aufgabe.

00:11:14: Das Stichwort Wasser ist keine Handelsware, hat mich in der Tat auch in der Auseinandersetzung mit dem Thema Wasser zu der vertieften Beschäftigung geführt, damals als die Privatisierungswelliger.

00:11:29: Der besorgniserregende Zustand unseres Wassers beschäftigt sie beide.

00:11:33: Ich habe hier einleitend angedeutet, dass wir nicht bei Null anfangen.

00:11:37: Werfen wir mal zunächst einen Blick auf das oberirdische Wasser, genauer auf unsere Fließgewässer.

00:11:43: Wird da.

00:11:43: nur drei Prozent unserer Fließgewässer, hatte ich gesagt, befinden sich in einem guten ökologischen Zustand.

00:11:50: Jetzt habt ihr im Plenum kürzlich diskutiert, dass der niedersächsische Weg seit fünf Jahren existiert, dass ihr an Maßnahmen auch zum Gewässerschutz arbeitet, dass ihr euch zusammengetan habt, ihr Landespolitik mit Umweltverbänden und Landwirtschaft.

00:12:11: Was habt ihr denn bereits erreicht?

00:12:14: Also, drei Prozent liegt für mich jetzt nicht richtig nach Erfolg.

00:12:19: Ja, drei Prozent ist schon mehr als zwei Prozent.

00:12:23: Das ist so das, womit wir gestartet sind, als wir damals losgelegt haben mit dem Volksbegehren Artenvielfalt.

00:12:29: Da waren wir noch an der Stelle.

00:12:32: Und einer der Forderungspunkte im Volksbegehren war eben auch, dass wir diese Gewässerrandstreifen brauchen, um eben zu verhindern, dass von den Feldern, also beim Ausfahren von Düngern oder auch Pestiziden eben in die Gewässer Pestizide und Dünger auch gelangen.

00:12:51: Und das ist damals ein riesen Thema gewesen.

00:12:55: weil das natürlich auch ein Eingriff dann wiederum in Eigentumsrechte bedeutet von Landwirten, die an diesen Gewässern wirtschaften.

00:13:02: Und ich erinnere halt auch noch gut, dass im Rahmen dieses Volksbegehrens, also da Landwirtschaft und Naturschutz sehr aufeinandergepreilt sind.

00:13:13: Bis dahin, also wir haben ja auch Infostände organisiert, also es dann wird auch unsere Infostände versucht haben zu creschen, indem sie halt direkt gegenüber eigen aufgebaut haben und gegen Informationen rausgegeben haben und zum Teil auch Leute, die zu uns an die Stände gekommen sind, halt abgefangen haben und versucht haben zu beeinflussen.

00:13:32: Also da ist ziemlich was aufeinandergeprallt, was dann mit dem niedersächsischen Weg... wieder zusammengebracht werden konnte.

00:13:41: Das Volksbegehren ist dann ja zwar erfolgreich gewesen, aber es ist sozusagen nicht zu Ende geführt worden.

00:13:49: Also es ist dann in den Niedersächsischen Weg gemündet und alle Partner auch des Volksbegehrens haben gesagt, wir machen jetzt den Niedersächsischen Weg und das heißt also, dass sich Arbeitsgruppen gebildet haben.

00:14:01: und eben auch eine Arbeitsgruppe, die sich mit Gewässern befasst.

00:14:07: Und da ist jetzt ein großer Erfolg schon, dass wir tatsächlich Regelungen bekommen haben für die Gewässerrandstreifen, nämlich an den Gewässern erster Ordnung, also die großen Bundeswasserstraßen, wo wir zehn Meter Randstreifen machen, die zweite Ordnung, wo wir die fünf Meter Randstreifen haben und bei den dritten Ordnung.

00:14:30: nämlich die kleinen Quellwäsche oder auch Kanäle und so, also wo wir dann drei Meter Randstreifen haben.

00:14:38: Da gibt es noch mal kleine Ausnahmen für Gebiete, wo wir eine sehr hohe Gewässerdichte haben, also dass die Kommunen dass in den Kommunen nur ein Meter Gewässerrandstreifen eingehalten werden muss, weil die Landwirte gesagt haben, sonst haben wir überhaupt gar keine Fläche mehr, wo wir wirtschaften können, wenn ich rechts und links die Gewässer habe und dann noch drei Meter einhalten muss.

00:15:02: Also das ist... Eine Einigung, die wir gemeinsam mit den Landwirten erarbeitet haben, die auch in das niedersächsische Wassergesetz reingekommen ist und wo auch vereinbart wurde, dass dafür, dass die Landwirte das machen, also für die Natur diesen Raum dann lassen entlang der Gewässerstreifen, dass sie dafür auch Ausgleichszahlungen bekommen und auch dass es gesetzlich festgeschrieben worden und auch über unseren Haushalt.

00:15:28: entsprechend auch abgesichert worden, dass diese Gelder dafür zur Verfügung stehen.

00:15:33: Und das ist schon mal erstmal ein großer Erfolg.

00:15:36: Es ist natürlich schon so, dass auch ich, wenn ich durch die Landschaft haare oder hier bei uns im Weserberg dann spazieren gehe und an gewässernd dritter Ordnung unterwegs bin, sehr wohl sehe, dass nicht überall noch nicht einmal der eine Meter eingehalten wird.

00:15:51: Da muss man sich dann fragen, woran liegt das eigentlich?

00:15:55: Naube, Silke, zu der Frage kommen wir, glaube ich, auch noch.

00:16:00: Genau.

00:16:01: Aber ich will trotzdem nochmal nachhaken.

00:16:03: Weshalb, also ich höre so raus, da sind sehr kontroverse Perspektiven zusammengeführt.

00:16:10: Es gibt jetzt einen gemeinsamen Blick darauf und gemeinsam Strengungen.

00:16:15: Es gibt auch die Berücksichtigung von Maßnahmen oder ausgleich, finanziell im Ausgleich für Maßnahmen, die erfolgen.

00:16:25: Deshalb sind die Zahlen trotzdem so besorgniserregend.

00:16:31: Also das ist natürlich eine lange Geschichte.

00:16:33: Also wenn ich jetzt alleine schon auf die chemische Qualität des Wassers gucke, also gerade auch beim Oberflächengerasser.

00:16:41: Da hast du Quäcksilver zum Beispiel drin.

00:16:45: oder du hast Bleirückstände, weil früher Autos irgendwie immer mit Bleigefahren sind und so.

00:16:51: Und das sind ja Schadstoffe, die sich nicht wirklich abbauen.

00:16:55: Die lagern sich in den Sedimenten ab und werden wieder hochgespült.

00:16:59: Das heißt, du hast sie einfach auch immer wieder drin.

00:17:01: Die wirst du auch nicht los.

00:17:03: Das heißt, du kannst im Grunde genommen nur gucken, dass du Ab jetzt oder ab einem bestimmten Zeitpunkt X diese Schadstoffe nicht mehr in die Umwelt gebt so.

00:17:15: Also das ist so.

00:17:15: das eine, dass wir Schadstoffe haben, die werden wir nicht mehr los.

00:17:19: Und das nächste ist natürlich, dass diese Maßnahmen, die wir jetzt ergriffen haben eben auch erst langsam anfangen zu wirken.

00:17:26: Und jetzt auch nach und nach die unteren Wasserbehörden sich auch darauf einstellen müssen, dass sie diese Vorgaben auch entsprechend kontrollieren, dass das auch wirklich überall zur Umsetzung kommt.

00:17:39: Und ich denke, das ist einer der wesentlichen Gründe, weshalb.

00:17:43: Und dann kommt halt auch nochmal, wir könnten zum Beispiel auch... oder haben eigentlich auch Pläne mit dem Programm Niedersächsische Gewässerlandschaften, wo wir entlang der Gewässer zweiter und erster Ordnung eigentlich auch Flächenankäufe machen wollen würden, um dann da zu renaturieren und dem Bäuchen wieder mehr Raum zu geben, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben und dafür gibt es im Grunde genommen auch Pläne, aber dann kommen wir an die Flächen nicht ran, weil die dann nicht verkauft werden.

00:18:17: Und dann hakt es da wieder an der Umsetzung.

00:18:20: Und du kannst auch nicht an allen Stellen tatsächlich mit Flächen tauschen und so das hinbekommen, weil die Landwirte natürlich auf den Flächen, die sie jetzt schon über Jahrzehnte bewirtschaften, für sich auch ein Status erreicht haben, was die Bodengüte angeht.

00:18:38: Da wollen sie nicht gegen eine Fläche tauschen, die diese Güte eben nicht hat.

00:18:44: Und das sind alles so Faktoren, die uns behindern an der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und am guten ökologischen Zustand der Oberflächengewässer.

00:18:56: Ja, vielen Dank.

00:18:57: Karsten Specht mit Ihnen möchte ich gerne einen Tauchgang machen.

00:19:02: Zum Grundwasser in unserem Boden und verbunden mit der Frage, wenn Sie doch das Grundwasser nutzen für Ihre Arbeit, weshalb ist für Sie nicht egal, was mit den Fließgewässern passiert?

00:19:14: Genau, vielleicht noch eine ganz kurze Anmerkung zu den Ausführungen von Frau Kellermann.

00:19:18: Ich glaube, was man sicherlich zusätzlich noch berücksichtigen muss, dass natürlich Flächen auch trainiert sind.

00:19:24: Also ich glaube, diese Randstreifen, die jetzt überall kommen, die führen natürlich dazu, dass man bei der Ausbringung weniger Einträge hat in die Gewässer.

00:19:32: Natürlich aber auch eine Drainage, immer ein permanentem Wasseraustausch nach sich zieht und natürlich dadurch auch noch immer im Zweifel überschüssiger Stickstoff oder Pflanzenschutzmittel in die Gewässer gelangen.

00:19:44: Und natürlich auch die Starkregenereignisse selbst.

00:19:47: Natürlich immer Herausforderungen bringen, wenn gerade frisch die Gülle ausgebracht wurde und man den Starkregen nicht hat kommen sehen, dass dann dadurch im Zweifel wieder Abschwemmungen haben, obwohl dann im Prinzip ein Randstreifen ist.

00:20:01: Also ich glaube, genau wie Sie es beschrieben haben, das ist recht komplex.

00:20:04: Das ist sicherlich ein sehr langer Weg.

00:20:07: Was interessiert uns am Oberflächengewässer?

00:20:09: Das ist ja Ihre Frage.

00:20:12: Am Ende sind wir der großen Überzeugung, dass Oberflächen, also dass wir einen Gesamtwasserkreislauf in den Blick nehmen müssen und zumindest teilweise sind Oberflächengewässer auch häufig verbunden mit Grundwasserkörpern und haben einen Austausch.

00:20:26: Sodass natürlich die Qualität eines Oberflächengewässers uns auch interessiert, weil es dann auch potenzielle Eintragsfahre sind in den Grundwasserkörper, die uns dann bei der Wasserversorgung selbst dann Herausforderungen mit sich bringen.

00:20:42: Das andere ist, da kommen wir auch immer mehr zu.

00:20:45: dass es natürlich auch Wasserversorger gibt im Bundesgebiet, die ausschließlich oder auch aus dem Oberflächengewässer am Ende Wasser fördern über Uferfiltrat.

00:20:57: Und das sind eigentlich die vielfältigen Gründe, warum wir das Oberflächengewässer auch im Blick haben.

00:21:04: Und aktuell ist es so, dass wir durch die Wasserstoffindustrie ganz neue Herausforderungen haben hier oben bei uns.

00:21:11: Und wir zunehmend versuchen, den Trinkwasserverbrauch nicht in solche industriellen Anlagen reinzufahren, sondern wir suchen jetzt auch bei Oberflächengewässern, wo es ist, naturverträglich möglich, aus Oberflächengewässern am Ende ein Brauchwasser zu generieren, das dann im Prinzip die Grundwasserförderung entlastet oder nicht erhöhen lässt.

00:21:35: Es gibt vielfältige Gründe.

00:21:36: Am Ende sind wir der Meinung, dass Ordnung, Grundwasser oder Oberflächenwasser, es gehört am Ende nicht, oder es sind die Einträge zu reduzieren und darum gucken wir uns immer den kompletten Gewässerkreislauf an.

00:21:52: und am Ende sind wir ja auch Einleiter durch unsere Kläranlagen, vierzig Kläranlagen, die wir führen und auch da ist das Thema Oberflächen, Gewässer und Güte für uns immer ein Dauerthema.

00:22:02: Arbeiten Sie auch mit der Landwirtschaft zusammen?

00:22:06: Ja, sogar sehr intensiv, also mit der Landwirtschaft und der Landwirtschaftskammer.

00:22:11: Der OWV führt glaube ich die größte niedersächsische Wasserschutzkooperation und das schon seit dreißig Jahren.

00:22:18: Dort schaffen wir es, die Landwirte für uns zu gewinnen, um mit den Landwirten auf den Äckern und den Flächen Wasserschutz zu betreiben.

00:22:28: Das ist erstmal die gute Nachricht, die schlechte Nachricht ist, dass diese Wasserschutzkooperation, Pflichtwerk unterfinanziert sind und das Thema Pflanzenschutzmittelschutz, der Grundwasserressource, überhaupt noch nicht dort finanziert ist.

00:22:42: Und wir durch diese finanziellen Mittel, ich glaube, es schaffen am Ende auf vierzig Prozent der Fläche unserer Wasserschutzgebiete oder Wassergewinnungsgebiete, Biete überhaupt Wasserschutz zu betreiben.

00:22:54: Das ist so ein Thema, das uns bewegt.

00:22:59: Der Niedersächsische Weg wird ja finanziert aus dem Wasser in Namen im Geld und tatsächlich bräuchten rein aus Sietungswasserwirtschaft sich, bräuchten wir dieses Geld dringend, wir führen vierzehn Millionen Euro ab als Unternehmen und kriegen da sehr wenig von wieder und es geht dann in die Niedersächsischen Weg.

00:23:18: Wichtig ist mir nochmal, der Niedersächsische Weg an sich ist ein richtiges Instrument und Das unterstützen wir auch.

00:23:24: Wir brauchen aber für die Kooperation mit den Landwirten, weil das ist die eigentliche, erfolgreiche Arbeit, um Einträge zu verhindern.

00:23:32: Dort brauchen wir eine viel, viel stärkere finanzielle Unterstützung vom Land.

00:23:35: Also diese Mittel werden vom Land gestellt.

00:23:37: Also wir führen derzeit vierzehn Millionen ab und kriegen drei Millionen zurück.

00:23:41: Und das wird von unseren Kunden getragen und wir sind nicht in der Lage, ausreichend Wasserschutz zu betreiben.

00:23:50: Ich komme noch mal auf die Wasserrahmenrichtlinie zu sprechen.

00:23:53: Die sollte ursprünglich, im Jahr zwei Tausend fünfzehn, überholt sein.

00:23:58: Also alle Maßnahmen sollten abgearbeitet sein.

00:24:02: Das ist dann verlängert worden.

00:24:03: Neuer Endpunkt ist zwanzig zwanzig.

00:24:08: Und in dem Zusammenhang kritisiert der BOND, ich zitiere jetzt mal wörtlich, Deutschland hat die Möglichkeit, die Frist zu verlängern, für fast alle Gewässer ausgereizt.

00:24:19: Doch statt nun alles daran zu setzen, die neue Frist, zu erreichen, verschleppt Deutschland weiterhin die Umsetzung und hofft auf weitere Fristverlängerungen.

00:24:28: Das heißt, wir in Niedersachsen sind eigentlich gut aufgestellt, wenn ich Ihnen beiden so zuhöre.

00:24:34: Es gibt gute Zusammenarbeit.

00:24:36: Sie zeigen auf, wo es die Schwierigkeiten gibt, die liegen im Klein-Klein des Alltagsgeschäftes, in der Finanzierung, wie immer.

00:24:47: Sie haben jetzt beide einen Bezug zum Nordwesten Niedersachsens und schaut man sich die Karten an, die das Umweltbundesamt zur Verfügung stellt, dann sieht man, dass dies eine Region ist, bei der die Wasserqualität besonders gefährdet ist.

00:25:01: Was sind denn die größten Herausforderungen für Sie als öffentlicher Wasserversorger, als Politikerin, um hier im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie tatsächlich aktiv zu werden, die umzusetzen, also für gutes Wasser bei uns zu sorgen.

00:25:19: Und wie begegnen Sie diesen Herausforderungen?

00:25:24: Also ich würde vielleicht einfach mal anfangen, also mit der Gewässerökologie und tatsächlich nochmal den Blick auf die Oberflächengewässer werfen.

00:25:36: Ich habe ja eingangs gesagt, also dass wir durch den Klimawandel eigentlich dafür sorgen müssen, dass wir sehr viel mehr Wasser in der Fläche halten.

00:25:46: Und das würde eben bedeuten, also den Flüssen und Bächen auch einfach wieder viel mehr Raum zu geben.

00:25:51: Also nicht das Wasser über Flüsse und Bäche kanalartig abzuleiten an die See, sondern sie wirklich in der Fläche zu halten.

00:25:59: Und das heißt, ich muss den Flüssen und Bächen mehr Raum geben.

00:26:02: Jetzt sind wir aber historisch gewachsen.

00:26:05: Das hat ja schon ... eine Jahrhunderte alte Tradition sozusagen, also dass wir zum einen versuchen Flüsse so zu gestalten, dass sie auch als Wasserstraßen nutzbar sind, dass wir sie aus, also tiefer machen, als sie es ursprünglich waren, die waren ja mal sehr, sehr viel breiter und auch wenn man guckt.

00:26:24: wie Überschwemmungsgebiete ursprünglich mal gewesen sind.

00:26:27: Da sind wir jetzt rein gewandert mit unserer Siedlung.

00:26:31: Wir haben das im Ahrteil gesehen, was das dann auch bedeuten kann, wenn man in diese Überschwemmungsgebiete mit Wohnbebauung reingeht.

00:26:38: Und wir machen es da jetzt wieder, also die Leute bauen in diesen Überschwemmungsgebieten ihre Häuser wieder auf.

00:26:44: Das ist was, was eigentlich nicht sein kann, was aber immer wieder passiert und was aber bedeutet, dass wir den Raum, den wir eigentlich brauchen, um auch den Flüssen und Bechen wieder mehr Raum zu geben.

00:26:59: Wir ploppen immer diese... Anfragen über den Chat rein.

00:27:03: Ich finde das sehr irritierend, ehrlich gesagt.

00:27:06: Ich weiß nicht, ob man das abstellen kann zwischendurch, verantwortet die Fragen im Anschluss gerne, nur wenn man so am Reden ist und da ploppt sowas hoch, ist das irritierend.

00:27:15: Genau, und man hat, wir haben dadurch einfach nicht die Möglichkeit, den Flüssen so mehr Raum zu geben, wie wir es eigentlich müssten, um eben mehr Wasser auch in der Fläche versickern zu lassen.

00:27:26: Wir haben über die Jahrzehnte, das hat ja Spechtoch vorhin schon angesprochen, angefangen auch immer mehr Drainagen in die Flächen reinzubringen.

00:27:33: Die sind jetzt natürlich da.

00:27:35: Kriegen sie die jetzt mal einfach wieder weg.

00:27:37: Also es ist ja auch ein Aufwand gewesen, das kostet ja auch Geld und diese Flächen sind ursprüngliche sag ich jetzt mal vielleicht auch in Gebiete gewesen.

00:27:47: oder wenn ich in die ursprünglichen Bereiche reingucke, wo wir auch Quellgebiete haben, wo wir diese Gewässernetze haben, die so verästelt kommen und dann irgendwann sich zu einem Bach zusammen tun, das sind Gebiete gewesen, wo Ursprünglich mal Quellmoore gewesen sind oder tatsächlich auch Aungebiete gewesen sind, wo Erde weidegewachsen sind und dadurch einfach auch schon Wasser in der Fläche gehalten wurde.

00:28:13: Das ist weg, also wir haben das Trocken gelegt und sie können nicht etwas... was über Jahrzehnte, Jahrhunderte eigentlich entstanden ist an Infrastruktur innerhalb von zehn Jahren einfach mal zurückbauen.

00:28:26: Ich weiß nicht, ob wir da im Vergleich zu anderen EU-Ländern einfach mehr angerichtet haben.

00:28:32: Aber wir sind ja auch in Niedersachsen einfach ein Land gewesen, also wo man über Jahrzehnte und Jahrhunderte versucht hat.

00:28:40: eben auch Land zu gewinnen für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung.

00:28:45: und das ist jetzt die Folge dessen, was wir hier dann einfach sehen.

00:28:48: Wir haben Wasserstraßen, wir haben Siedlungsbereiche, die überall rangegangen sind und wir haben eben die landwirtschaftliche Bewirtschaftung.

00:28:55: Wir haben Industrieflächen, da wo ursprünglich mal Wasser geflossen ist oder auch sich angestaut hat.

00:29:02: Und das holen sie nicht einfach mal eben wieder zurück.

00:29:07: Und ich glaube, das ist eines der großen Hindernisse und außerdem sind die Flächen also gehören alle irgendwie.

00:29:13: Das können sie den Leuten auch nicht einfach wegnehmen.

00:29:16: Und das sind riesige Hinderungsgründe.

00:29:19: und das, obwohl wir eine ganze Reihe an Förderinstrumenten ja auch angelegt haben und unser NRWKN auch fleißig daran arbeitet, diese Förderprogramme umzusetzen.

00:29:29: Also ich will nur einmal hinweisen auf dieses Aktionsprogramm Niedersächsische Gewässerlandschaften.

00:29:35: was ich vorhin auch schon erwähnt habe, wo wir die Gewässer zweiter und erster Ordnung aufgeführt haben, die eben jetzt prioritär und auch mit großen Förderprogrammen hinterliegt, in eine Renaturierung gebracht werden sollen.

00:29:49: Aber das Problem ist halt immer, kommen Sie an die Flächen dran, ne?

00:29:54: Ja.

00:29:57: Und vielleicht brauchen wir, also wenn die Frage ist, was brauchen wir eigentlich damit, dass besser klappt, vielleicht brauchen wir auch einfach noch viel mehr Personal, die am Ende auch wiederum in den Austausch gehen und in diese Verhandlungen gehen, um Flächen eben zu tauschen und für den Naturschutz auch zurückzuholen.

00:30:19: Genau, wenn ich dann gerne weiter machen darf.

00:30:21: Also ich glaube, wichtig ist vielleicht nochmal einzuordnen, die Wasserrahmenrichtlinie an sich.

00:30:26: ist ja erstmal eine Richtlinie zur Bewirtschaftung von Gewässern, wo wir biologische Parameter haben, die zu Rate gezogen werden.

00:30:35: Sie ist ja aber erstmal rein von dem Aufbau keine Naturschutzrichtlinie.

00:30:41: Ich glaube, das ist für die Einordnung noch mal wichtig, zumindest aus unserer Sicht.

00:30:46: Das Zweite ist der internationale Vergleich.

00:30:50: Ich glaube, auch andere Länder haben ähnliche Herausforderungen und Probleme.

00:30:54: haben nur sehr viel konsequenter wie die Niederländer zum Beispiel, sozusagen menschlich veränderte Gewässer aus der Wasserwarnrichtlinie, aus der Betrachtung herausgenommen.

00:31:08: Und das hat Deutschland nicht gemacht, sodass dann, wir sprachen ja vorhin davon, wenn Sie hier in der Wesermarsch sind, die Wesermarsch ist ja auch sehr stark mit Kanälen durchzogen, sehr kleinteilig und das ist ja alles von Menschenhand passiert, um eine Kulturlandschaft zu gestalten.

00:31:24: Und wenn wir jetzt auf die Kulturlandschaft gucken und diese Gewässer rausnehmen, die, sage ich, eher einen technischen Hintergrund haben, ich glaube, dann ist es vergleichbar mit den Niederländern oder anderen.

00:31:35: Ich will damit aber nicht sagen, dass es dann besser ist bei uns, nur weil wir Gewässer rausnehmen, sondern es ist im Zweifel gleichmäßig schlecht an der Stelle.

00:31:42: So kann man das dann vielleicht besser beschreiben.

00:31:45: Also das ist vielleicht der eine ganz wichtige Punkt.

00:31:49: Das andere ist einfach, wir bewegen uns in einem Rahmen.

00:31:52: Und ich glaube, das ist das einzige Grundprobleme.

00:31:55: Wenn Sie versuchen wollen, in Fecht oder Kloppenburg Flächen zu erwerben, das sind ja kaum Zünderlage und können kaum diese Gelder aufwenden.

00:32:04: Und wenn wir jetzt gerade aktuell uns das anschauen, dass ja durch die Energiewende, Wärmewende und so weiter Und die gesetzlichen Rahmenbedingungen, jetzt viele Biogasanlagen in der Region, ihre Leistungen vervierfachen.

00:32:20: Also Anträge liegen vor zur Vervierfachung der Leistung.

00:32:26: Das bedeutet ja auch mehr Nährstoffe in der Region, mehr Flächendruck.

00:32:29: Und wenn Sie, sag ich mal, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in einer Region, in Es mit Hola Chlor, das ist für uns ein ganz starkes Problem in der Wasseraufbereitung.

00:32:44: Dann sind das Rahmenbedingungen, die einfach gesetzt werden, die es schwer machen, die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen.

00:32:50: Letzte Anmerkung.

00:32:51: Bei uns in Deutschland tun wir uns sehr schwer, die Hersteller Verantwortung durchzusetzen.

00:32:56: Also am Ende, wenn ich etwas in den Verkehr bringe, muss ich auch für die Folgen herhalten.

00:33:01: Bei uns ist es so, dass es kommt, ein Pflanzenschutzmittel wird wird auf den Markt gebracht.

00:33:08: Man muss nicht den Beweis führen, dass es im Wasserschutzgebiet nichts anrichtet.

00:33:11: Irgendwann finden wir es und da müssen wir unsere Aufbereitung verändern und das tragen am Ende die Kunden.

00:33:17: Also ich finde dieses Thema Herstellerverantwortung, merken wir ja auch gerade in Brüssel, dass es eigentlich gerade wieder zurückgedreht werden soll an den Stellen, wo wir es jetzt endlich hinbekommen haben.

00:33:28: Das ist einfach für mich ein sehr großes Problem.

00:33:34: Also das adressiert jetzt ja noch mal eine andere politische Ebene, als die, auf der wir hier eigentlich unterwegs sind.

00:33:41: Aber trotzdem, Britta, es wird euch in der Landespolitik ja sicherlich auch beschäftigen, diese Auseinandersetzung mit Europa.

00:33:51: Und wie kriegt man da die Interessen vor Ort gut umgesetzt?

00:33:56: Ja, das ist natürlich richtig.

00:33:58: Also vor allem, wenn man sich anguckt, was also dass man bestimmte Stoffe ja auch immer noch in den Gewässern findet, also obwohl mittlerweile die auch längst verboten sind und gar nicht mehr genutzt werden dürfen.

00:34:12: Das liegt ja nicht immer nur daran, dass die Leute das noch irgendwo im Keller gebunkert haben und dann noch zum Einsatz bringen, sondern das liegt ja daran, dass das einfach Ewigkeits Chemikalien sind, die sich eben so schlecht abbauen.

00:34:26: Da kommt auch das Thema PFAS noch mal rein, da kommt auch das Thema Mikroplastik noch mal rein, was mit Sicherheit ja auch nicht nur ein deutsches oder niedersächsisches Problem ist, sondern womit man sich auf europäischer Ebene auseinandersetzen muss, wie man das jetzt eigentlich hinbekommen kann.

00:34:43: Und wir haben diese Ewigkeitschemikalien auch in so vielen Produkten drin, auch in Produkten, die wir für die Energiewende wiederum brauchen, dass da eigentlich wirklich, ja, da muss was passieren.

00:34:57: Da müssen Verbrute und Alternativen her.

00:35:01: Und da muss halt dann auch ein gewisser Druck her auf die Industrie, diese Alternativen dann auch herzustellen.

00:35:07: Frau Inselmann, ich hatte vielleicht eine Anmerkung.

00:35:12: Ja.

00:35:13: Ich sehe es nicht ganz so wie Sie, dass wir uns von den Ebenen entfernen.

00:35:19: Niedersachsen ist extrem maßgeblich als sehr wichtiges landwirtschaftliches Land auf Bundesebene in der Wählensbildung und auch auf europäischer Ebene.

00:35:31: Und ich glaube schon, dass die Meinungsbildner aus der Region kommen und diese, die können diese Ebenen nicht trennen.

00:35:36: am Ende.

00:35:38: Wenn in Europa, in Brüssel etwas entschieden wird, haben im Prinzip niedersächsische Lobbyisten, ich bin ja selber auch einer, wenn man so will, dann haben am Ende eine maßgebliche Rolle bzw.

00:35:52: die Politik, die Ministerien, sind am Ende glaube ich schon Ein wichtiger Faktor, egal auf welcher Ebene.

00:35:59: Und ganz am Ende haben wir europäisches Recht, dann hier bei uns in den Wasserschutzgebieten auszutragen, Düngeverordnung oder andere Dinge, die dann ja auch maßgeblich dann durch einen Klagesverfahren auf europäischer Ebene dann, wo überhaupt erst Bewegung reinkommt in bestimmte Themen.

00:36:19: Danke, das ist nochmal ein ganz guter Aspekt.

00:36:22: Da bin ich ganz bei Ihnen.

00:36:24: Es gibt das Stichwort Verbote.

00:36:27: Und Gesetze greife ich noch mal auf.

00:36:30: Es gibt im Chat eine Frage mit Blick auf die niedersächsischen Weg, die Einschätzung, dass der nicht von Erfolg gekrönt zu sein scheint und nicht auszureichen scheint.

00:36:42: Gibt es die Möglichkeit, die Eigentumsrecht in Anführungsstrichen in der Landwirtschaft einzuschränken und wie könnte das umgesetzt werden?

00:36:56: Frau Kellermann, wollen Sie es versuchen oder?

00:36:59: Ich traue mich zu antworten.

00:37:01: Ja, ich, ja.

00:37:03: Ich mache das nacheinander.

00:37:05: Nein, also ich glaube, der Eingriff in die Eigentumsrechte kann nur das wirklich letzte Mittel sein.

00:37:14: Ich würde eher dafür plädieren, also dass man muss wirklich auf die Finanzierung gucken.

00:37:19: Wenn man sich anguckt, bei dem Wasserentnahmeentgelt werden die öffentlichen Wasserversorger um das Zehnfache belastet im Verhältnis zu anderen.

00:37:27: Und ich glaube, es müsste einen einheitlichen Preis geben beim Wasserentnahmeentgelt.

00:37:32: Das ist nur ein sehr großes, dickes politisches Brett, wo man sich glaube ich nicht so wirklich ran traut.

00:37:38: Und man muss die Einnahmeseite auf der einen Seite erhöhen, um Finanzierung sicherzustellen.

00:37:44: Und ich glaube, es gibt eine ganze Reihe von Landwirten, die auch Lust hätten, Wasserschutzlandwirt zu sein.

00:37:50: Also, dass sie am Ende, wenn sie wie auf dem Bild hinter uns, dass sie in ein Gebiet reinkommen, wo sie räumlich merken, jetzt bin ich in einem Wasserschutzgebiet.

00:37:59: Und wir versuchen es ja auch mit Ausgleich und Ersatzmaßnahmen, Waldbaumaßnahmen, Kauf von Flächen, sozusagen dann, wenn gesetzlich Wenn gesetzlich extensiviert werden muss, aus welchem Grund auch immer, versuchen wir das immer in die Wasserschutzgebiete zu ziehen und den Landwirt auszugleichen, Flächen zu tauschen.

00:38:18: Und ich glaube, das ist das.

00:38:20: Also Verbote oder Enteignung muss das letzte Mittel sein.

00:38:24: Aber wir brauchen einen klaren Rechtsrahmen, der auch Eigentum verpflichtet.

00:38:29: Der finde ich immer, der auch da einfach... klar adressiert, was an einen Eigentümer, der im Wasserschutzgebiet Flächen hat, was man von ihm verlangt, bedeutet Nährstoffausbringung, Sorgfalt bei Pflanzenschutzmitteln, Ausbringung oder vielleicht, was wir auch machen, wir versuchen ganz viele ökologische Landwirte für uns zu gewinnen, die im Wasserschutzgebieten ökologisch Landlandschaft betreiben.

00:38:53: Und auch noch eine Antwort aus der Politik?

00:38:56: Ja, also ich glaube tatsächlich, dass der Eingriff in die Eigentursrechte Also genauso, wie Sie das jetzt auch gesagt haben, das muss das letzte Mittel sein.

00:39:05: Und wenn wir damit jetzt anfangen würden, dann wäre das das Ende des niedersächsischen Weges.

00:39:11: Das muss man einfach mal sehen.

00:39:12: Wir sind jetzt seit fünf Jahren dabei mit dem niedersächsischen Weg so.

00:39:16: Und da hat es eine Menge an Einigungen gegeben und eine Menge an gesetzlichen Änderungen auch, die eben den Gewässerschutz verbindlich machen.

00:39:29: Aber das Ganze muss halt auch Wirkung entfalten und es muss auch noch stärker in die Fläche gehen.

00:39:35: Also, ich glaube, es ist einfach noch nicht überall angekommen, so.

00:39:38: Und ich denke, dass wir damit gut auf einen guten Weg sind.

00:39:41: und wenn ich gucke, so was wir ansonsten ja auch in Niedersachsen noch machen, wir haben jetzt die Moorpotenzialstudie, da werden wir auch noch mal einiges wieder in den gewissen Körpern verändern.

00:39:51: Wir haben solche Sachen, also wie ich vorhin schon erwähnte, dass Auenre-Naturgerungsprogramm OBERVESA, das Maßnahmenprogramm, was der BUND jetzt erarbeitet hat, wo für die Kommunen, die entlang der OBERVESA gelegen sind, ein ganz klares Maßnahmenpaket jetzt einfach da ist, wo wir gucken können, dass wir das über das blaue Band finanziert bekommen, das heißt auch Bundesgelder.

00:40:17: hier in Niedersachsen binden können.

00:40:19: Und das ist mit den Moore-Nerturgierungen auch nicht anders, dass wir natürlich hoffen, dass wir die Mittel aus dem natürlichen Klimaschutzprogramm hier in Niedersachsen auch binden können.

00:40:32: Und da denke ich, das sind halt schon die Wege, die man da gehen muss.

00:40:39: Also es gibt im Chat nochmal den Hinweis auf die Eigentumsrechte, die doch bei oder die Einschränkungen der Eigentumsrechte, die bei der Ausweisung von Gewerbe oder Siedlungsgebieten oder auch beim Bau von Autobahnen und Abbau von Kies und so weiter auch gelingen oder genutzt werden.

00:40:55: Also da nochmal so ein bisschen Empowerment von den Zuhörern.

00:41:00: da nochmal stärker auch Spielschrauben zu nutzen, wo man sie

00:41:03: hat.

00:41:03: Aber wenn ich das mal einmal sagen darf, also wir sind, wenn wir Autobahnen bauen, auch nicht so sehr auf die Zusammenarbeit zum Beispiel mit Landwirtinnen angewiesen.

00:41:12: Wir haben Landwirtinnen, die auch in entlang von Gewässerschreifen, auch Fliegearbeiten etc.

00:41:20: übernehmen.

00:41:20: Also wir müssten ja, wenn wir das jetzt alles selber machen wollten, alleine mit Landesmitteln, alleine mit Mitteln des NRWKNs, müssten wir ja einen Vorpark anschaffen, der wäre gar nicht mehr zu händeln.

00:41:31: Erst recht, wenn wir dann auch noch in das Kleinklein reingehen, wo es um die Gewässer dritter Ordnung geht.

00:41:38: Und da entstehen ja eigentlich schon die Verschmutzungen und die Problematiken.

00:41:46: Von der Quelle bis zur Mündung müssen wir ja denken.

00:41:50: Und da haben wir so viele gewässer dritter Ordnung, wo wir auch auf die Zusammenarbeit mit Landwirten angewiesen sind.

00:41:57: Das geht aus meiner Sicht nicht.

00:42:00: Also da kann ich durchregieren, so wie ich von oben herab.

00:42:04: Aber dann arbeitet mit mir keiner mehr zusammen.

00:42:07: Das ist, glaube ich, etwas, was man nicht unterschätzen darf.

00:42:15: Sie haben es vorhin angesprochen, Herr Specht, mit Blick auf sie, diejenigen, die das Wasser bezahlen, bezahlen praktisch auch die Ausgleichmaßnahmen.

00:42:24: Und ich als Bürgerin frage mich ganz oft, warum muss ich diesen Preis zahlen, dafür, dass jemand wirtschaftet?

00:42:30: Also ich glaube, das ist eine spannende Debatte, die wir auch als Gesellschaft durchaus auch kontrovers führen müssen.

00:42:36: Wer hat welche Rechte und Wo muss man auch mal zurücktreten?

00:42:42: Aber sie wollten auch noch etwas sagen.

00:42:44: Genau, weil das glaube ich hier rein passt.

00:42:46: Was mir jetzt gerade ein bisschen auffällt, also Wasserwirtschaft ist ja, wir diskutieren das ja gerade so ein bisschen aus der Wassergüte und der Biodiversität Ecke.

00:42:57: Wasserwirtschaft und die auch beim Umweltministerium Niedersachsen angelegt ist, ist aber auch Siedlungswasserwirtschaft.

00:43:03: Und da muss man auch die Mechanik einfach sich nochmal angucken.

00:43:06: Also wenn die Gemeinde und die Stadt entscheidet, ein Betrieb anzusiedeln.

00:43:10: Jetzt als Beispiel die Elektrolyseure bei uns in der Region.

00:43:13: Wenn diese politische Entscheidung getroffen wird, müssen wir als Versorger, als Wirtschaftsförderung dafür Sorge tragen, dass wir diese Anlagen mit Wasser versorgen.

00:43:26: Und da suchen wir nach Lösungen, die auch naturverträglich sind.

00:43:29: Aber das ist etwas, was wir einfach nochmal in den Blick nehmen müssen.

00:43:33: Auch für das Umweltministerium.

00:43:36: Wasserversorgung ist nicht nur Biodiversität.

00:43:39: Häufig haben wir den Eindruck, dass wir in Wasserschutzgebieten die Aufforderung bekommen, noch die Natur zu vermehren.

00:43:45: Ein Wasserschutzgebiet oder da, wo ein Wasserwerk steht, das ist kommunale Infrastruktur.

00:43:50: Eine Milliarden Euro Anlagevermögen haben wir in unserem Unternehmen, wo rund fünfzehntausend Kilometer Leitungslänge auf diese Wasserwerke ausgerichtet sind.

00:43:58: um eine Versorgung sicherzustellen, um Klimaresilien zu sein, um vor Terroranschlägen gerüstet zu sein und so weiter.

00:44:06: Und da müssen wir immer einen Blick nehmen, was passiert denn bei uns gerade?

00:44:09: Wir sind in der zweiten Investitionswelle.

00:44:12: Das heißt, die Anlagen sind alle aus den fünftiger Jahren.

00:44:14: und obwohl wir fleißig investiert haben und immer reinvestiert haben, kommt jetzt Klimawandel und Reinvestition zusammen und führt im Zweifel irgendwann zu einer Rechnung, wo der Bürger gar nicht mehr in der Lage ist, das zu bezahlen.

00:44:28: Und dann haben wir, wenn es dumm läuft, irgendwelche Radikalisierungsaspekte dabei.

00:44:34: Also das heißt, das will ich hier nur an dieser Stelle auch mit in den Blick nehmen, weil sie auch umweltpolitische Sprecherin sind.

00:44:43: Also das sind ja mehrere Aspekte am Ende.

00:44:44: Also das heißt, die Aufgabe der Siedlungswasserwirtschaft, erstmal diese Aufgabe sicherzustellen, die Wasserversorgung sicherzustellen, die kommt häufig bei uns zu kurz in der Diskussion.

00:44:56: Und da suchen wir nach Lösung wie es miteinander geht und wir haben ja einen Gutachten jetzt in Auftrag gegeben.

00:45:02: Achthundert Milliarden Euro also eine Vierfachung des Investitionsvolumen im Durchschnitt der nächsten zwanzig Jahre pro Jahr kommt auf unsere Bürger zu.

00:45:10: Natürlich haben sie recht.

00:45:12: also am Ende wir haben den Auftrag.

00:45:16: Gewerbe Industrie Landwirtschaft da ist es nicht die Beregnung sondern die Fiebelstände die zunehmend auf leitungsweise angewiesen sind.

00:45:24: und Privathaushalte mit Wasser zu versorgen und da machen wir auch keinen Unterschied.

00:45:28: Da hat jeder seinen Anspruch, Wasser zu bekommen.

00:45:30: und dann gibt es am Ende einen Durchschnittspreis, das ist ja das Schöne bei uns, wir haben ja eine große Solidargemeinschaft über acht tausend Quadratkilometer und da gibt es eine Bepreisung und das muss der Kunde zahlen, aber das muss bezahlbar bleiben und das muss wirklich im Blick behalten werden.

00:45:43: Ja, also Sie können mir glauben, ihr sprecht, wenn ich da direkt mal darauf antworten darf, Silke.

00:45:49: dass diese Problematik mir natürlich durchaus bekannt ist.

00:45:51: Ich bin auch bei der Vorstellung der Studie des Wasserverbands Tages gewesen und trage das natürlich auch rein ins Umweltministerium.

00:45:58: Aber das muss ich gar nicht, weil es natürlich im Umweltministerium dank ihrer Arbeit herrscht, ja auch bekannt ist.

00:46:03: Und ich glaube, sie sind dazu ja auch mit der Staatssekretärin im Gespräch.

00:46:07: Also es braucht dann natürlich Lösungen für diese Investitionswelle, die zweite, die sie angesprochen haben, nach fünfzig Jahren Wasserinfrastruktur.

00:46:18: Ich glaube nur, dass man da noch nicht an dem Punkt ist, dass man sagen kann, wir haben da jetzt eine Einigung.

00:46:24: Es wäre wahrscheinlich hier der falsche Raum, das jetzt auszudiskutieren.

00:46:27: Aber diese Problematik ist mir bekannt.

00:46:29: Der Grund, weshalb ich nur immer wieder anfange mit den Oberflächengewässern, ist natürlich, dass wir auch eine gewisse ökologische Güte herstellen müssen und ich hier versuche, die ökologische Fahne hochzuhalten.

00:46:42: Und natürlich die Wasserrahmenrichtlinie, auch die ökologische Qualität der Gewässer, dann anguckt.

00:46:48: Möchte gerne noch fachliche Fragen aus dem Chat mit aufgreifen.

00:46:52: Wir haben ja jetzt eher so auch politisch diskutiert.

00:46:56: Dritter Kellermann, da gibt es die Frage, wie sind die Regelungen im Bereich der Gewässerrandstreifen im Bereich der freien Landschaft?

00:47:03: Werden die Flächen komplett aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen, sodass zum Beispiel Übersuchsession ein Gehölzstreifen aufwachsen kann?

00:47:11: oder werden die Flächen weiter bewirtschaftet?

00:47:15: und lediglich mit Nutzungsauflagen versehen, zum Beispiel ein Verbot von Ausbringung von Pestiziden und Dünger.

00:47:25: Also, der Gesetz sagt erst einmal, dass ein Gewässerrandstreifen einzuhalten ist.

00:47:31: Da gibt es noch keine Vorgabe darüber, wie der auszugestalten ist.

00:47:39: Es dürfen natürlich in dem Bereich keine Pestizide ausgebracht werden, also nichts, was irgendwie rein kann und gedüngt werden darf in dem Bereich auch nicht.

00:47:48: Das ist der Gewässerrandstreifen.

00:47:50: Aber ob da dann ein Blühstreifen angelegt wird oder ob zugelassen wird, dass da wieder Hakenstrukturen entstehen oder nicht, das liegt dann in der Entscheidung des Besitzers.

00:48:01: Also gefördert würde das wahrscheinlich auch mit unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten, aber da bin ich nicht so tief drinnen, was in welcher Art gefördert wird.

00:48:14: Aber was da entsteht an Gewässerrandstruktur und an Gewässerstreifen, das muss dann der Eigentümer entscheiden.

00:48:22: Ja, darf in den

00:48:23: Bereichen,

00:48:23: wenn nicht wirtschaften.

00:48:24: Genau, wenn ich das ergänzen darf.

00:48:25: Ich bin ja auch im Vorstand des Wasserverbandstage.

00:48:29: Und da sind ja auch die Entwässerungsverbände.

00:48:30: Natürlich brauchen sie die Randstreifen auch, um nachher die Aufreinigung der Gewässer durchzuführen.

00:48:35: sodass höchstwahrscheinlich Heckenstrukturen nach meiner Einschätzung eher die zweite Wahl sind, weil sie am Prinzip diesen Teg, den sie rausholen, ja auch irgendwo ablegen, dann über den Winter, damit dann auch das kleine Tier sich dann wieder daraus befreien kann und wieder zurücklaufen kann.

00:48:51: Also von daher ist, glaube ich, eher die exzensive Beide sein, Blütenweide, die dann im Winter dann im Prinzip nicht hindert, die die Unterhaltung der Gewässer durchzuführen.

00:49:02: Ja, oder beides noch, auf einer Seite Heckenstrukturen, auf der anderen Seite.

00:49:08: Und dann haben wir noch eine fachliche Frage.

00:49:12: Da geht es um die Frage von, also wie steht es denn in Niedersachsen um Konzepte der produktionsintegrierten Aufwertung im Gewässerkontext?

00:49:21: Also, dass zum Beispiel in gewässernähe Agroforcesysteme mit Ziel der Energieholzproduktion angelegt werden, die dann beispielsweise in kommunale Nahwärmenetze fließen können.

00:49:33: So müssen wir nicht derart große Flächen komplett aus der Nutzung nehmen und können den leidigen Konflikt zwischen Landwirtschaft oder Naturschutz etwas aufweichen.

00:49:44: Das sind natürlich, ja, also das ist was, was wir natürlich auch immer wieder diskutieren.

00:49:49: Jetzt komme ich nicht.

00:49:51: aus dem Landwirtschaftsausschuss.

00:49:54: Ich weiß aber, dass es da natürlich auch immer wieder Thema ist.

00:49:58: Und wenn es jetzt hier um das Thema Gewässerrandstreifen geht, dann kann ich mir natürlich auch überlegen, in dem Bereich was Produktionsintegriertes zu machen.

00:50:09: Dann würde ich ja, wenn ich dann tatsächlich in dem Bereich Aufdüngung und Pestizide auch komplett verzichte, kann ich mir schon vorstellen, dass das möglich ist, aber explizit.

00:50:20: Was nicht, wissen Sie das genauer her, Specht?

00:50:23: Also ist Produktion...

00:50:24: Also wir als OVV haben tatsächlich mal eine Veranstaltung durchgeführt dazu.

00:50:28: Also wir haben einen Landwirten sozusagen gefunden, der das erfolgreich macht.

00:50:34: Also der, die Fläche mehrfach nutzt.

00:50:36: Also agroforst, ich glaube, viel Bestände hat er damit drauflaufen und so eine Kombination hat.

00:50:41: Also was wir versuchen, ist diesen Austausch voranzubringen, um Landwirten der Region dieses Thema nahezubringen.

00:50:48: Also das ist schon, glaube ich, eine interessante Möglichkeit.

00:50:52: Ich glaube, der Landwirt kam irgendwie aus der Ecke von Osnabrück, der das dann so macht und vertieft.

00:50:59: Also es gibt Ansätze.

00:51:03: Gut, da kann man ja auch jeden Landwirt eigentlich nur ermuntern, kreativ zu werden.

00:51:09: Und wenn ich Produktionsintegrität arbeiten kann, dann habe ich nachher vielleicht auch nicht nur ein Gewässerrandstreifen von fünf Metern, sondern ich kann das vielleicht auch noch größeren Flächen machen.

00:51:19: Wäre natürlich auch super.

00:51:20: oder in den Trinkwasserschutzgebieten für die sie dann ja auch verantwortlich sind, wiederum, Herr Specht.

00:51:28: Also da eine Produktionsintegrität herangehensweise, das ist natürlich sowieso... Eine gute Sache, ja.

00:51:34: Genau, also vielleicht am Ende ist aber immer noch die, also ich frage ja zu Anfang von den Rahmenbedingungen, wenn sie in einer Region arbeiten, wie in Pfechter am Klortenburg, wo das Pachtpreisniveau weiterhin zwischen tausend und tausend Vierhundert Euro pro Hektar liegt, da ist es jede alternative Bewirtschaftungsform wirklich, hatte schwer.

00:51:56: Auch ökologische, landwirtschaftliche Betriebe haben es sehr schwer.

00:52:00: gegen diesen Pachtdruck oder Marktdruck bestehen zu können.

00:52:04: Wenn ich irgendwo in einer Region bin, wo ich eine Großvereinheit habe, auf Langeruk oder auf unseren Inseln, da kann ich natürlich erfolgreich landwirtschaftliche Kooperation machen oder dem Wasserschutz nachgehen.

00:52:15: Aber das ist einfach dieser Marktdruck, den wir in der Region haben.

00:52:18: Und darum wird es, glaube ich, auch immer einen gewissen rechtlichen Rahmen geben müssen, um da irgendetwas zu verändern.

00:52:25: oder Marktmodelle, die aber den anderen Marktmodellen dann im Deckungsbeitrag Konkurrenz haben.

00:52:32: Sonst wird es schwierig.

00:52:34: Also ich halte mal für mich fest, es ist ein sehr komplexes Themenfeld, in dem wir uns bewegen, das wir heute versucht haben zu ergründen.

00:52:44: Und es wird sicherlich eine ganze Reihe von weiteren gesellschaftlichen Diskussionen und Auseinandersetzungen in dem Bereich auch noch geben.

00:52:53: Das entbindet uns als aktive Bürgerinnen und Bürgern, sich immer wieder einzumischen und auch an den unterschiedlichen Stellen Druck zu machen, so wie Sie beide das in Ihren Bereichen ja auch machen.

00:53:05: Ganz herzlichen Dank an dieser Stelle für Ihre Einblicke und Ihre Aussagen und Antworten.

00:53:12: Ich beende jetzt an dieser Stelle die Aufzeichnung und wir haben dann noch die Möglichkeit, in kleiner Runde kurz miteinander zu diskutieren.

00:53:22: Das war die Aktuelle Stunde Niedersachsen.

00:53:25: Was tust du für unser Wasser?

00:53:28: Die Bemühungen um gutes Wasser in Niedersachsen sind vielfältig und engagiert.

00:53:32: Niedersachsen ist auf dem Weg.

00:53:34: Doch das ist kein Grund, sich zurückzulehnen.

00:53:36: Es braucht uns alle und überall.

00:53:39: Misch auch du dich ein.

00:53:41: Am Arbeitsplatz, in der Politik, in der Schule, im Privatleben.

00:53:46: Für gutes Wasser in Niedersachsen und weltweit.

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